Freifunk unter Debian

Aus Freifunk Hannover

Dies soll eine Anleitung sein, um das Konfigurieren eines Computers mit Debian GNU/Linux als Freifunk-Router zu erklären.

Für die Linux-Distribution Debian gibt es in der aktuellen Version (lenny) prinzipiell alle Pakete, die man für Freifunk braucht, bereits in der Distribution, sodass Du nur noch installieren und Konfigurationsdateien kopieren musst.

Inhaltsverzeichnis

WLAN konfigurieren

Deine WLAN-Karte muss natürlich schon laufen, also z.B. über iwconfig auffindbar sein. Außerdem musst du dir eine IP-Adresse besorgt haben, was du hier machen kannst.

Folgendes Schnipsel in die /etc/network/interfaces eintragen, sorgt dafür, dass auch immer beim Starten das WLAN an ist.

auto $DEIN_IF
iface $DEIN_IF inet static
	address $DEINE_IP
	netmask 255.255.0.0
	wireless-essid hannover.freifunk.net
	wireless-ap CA:FF:EE:CA:FF:EE
	wireless-channel 1
	wireless-mode ad-hoc
	wireless-enc off

Dabei musst Du natürlich $DEIN_IF mit dem Namen der Netzwerkschnittstelle Deiner W-LAN-Karte (z.B. wlan0) und $DEINE_IP mit Deiner IP-Adresse ersetzen. Wenn Du den network-manager hast, solltest Du ihn entweder deinstallieren oder ihn deaktivieren.

Du kannst deine neue Netzwerkschnittstelle $DEIN_IF jetzt mit ifup $DEIN_IF starten.

Optimized Link State Routing (OLSR)

Der Befehl apt-get install olsrd olsrd-plugins installiert alles nötige für OLSR.

Für die Grundfunktion von OLSR brauchst Du (nur) Folgendes in Deiner /etc/olsrd/olsrd.conf:

DebugLevel		0
Interface 		"$DEIN_IF"
{
   HelloInterval		6.0
   HelloValidityTime		108.0
   TcInterval			4.0
   TcValidityTime		324.0
   MidInterval			18.0
   MidValidityTime		324.0
   HnaInterval			18.0
   HnaValidityTime		108.0
}
LinkQualityLevel	2
LinkQualityWinSize	100
Pollrate		0.05
TcRedundancy		2
MprCoverage		7

DHCP- und DNS-Server dnsmasq

Damit Leute, die Deinen Freifunk-Router nutzen wollen, Autokonfiguration über DHCP und Namensauflösung über DNS genießen können, musst Du noch dnsmasq einrichten. apt-get install dnsmasq installiert's.

Folgendes wäre dann auch eine minimale /etc/dnsmasq.conf:

interface=$DEIN_IF
dhcp-range=$DHCP_ANFANG,$DHCP_ENDE

Dabei solltest Du Dir überlegt haben, welchen IP-Bereich Du freigeben möchtest.

Freigeben des Internetzugangs

Du musst natürlich NAT bzw. Masquerade bei netfilter (der Linux-Firewall) einstellen, damit das Internet von Deinem anderem Netzwerkinterface auch auf dem WLAN-Interface zur Verfügung steht.

Ich hab' aus Faulheit einfach das Paket ipmasq installiert – dann hat sich das nämlich von alleine erledigt. Das Paket konfiguriert netfilter automatisch.

Pico-Peering-Vereinbarung

Es wird zur Zeit noch nicht die Pico-Peering-Vereinbarung angezeigt, bevor jemand das Netz nutzen kann. Das solltest Du besser auch noch einrichten und fehlt in diesem Howto noch.

Probleme

  • Der Treiber ath5k mit mac80211 hat in der Version (2.6.26) aus dem stable-Kernel das Problem, dass die BSSID (oben wireless-ap) willkürlich wieder zurückspringt. Ein Upgrade auf den testing-Kernel (2.6.30) behebt das Problem.
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